Katholikentag Münster 2018

Vom 9. bis 13. Mai 2018 fand in Münster der 101. Deutsche Katholikentag statt.

In seinen rund 1.000 Veranstaltungen wurde auf dem Katholikentag fünf Tage lang gemeinsam diskutiert, gebetet, gesungen, getanzt, gefeiert und innegehalten: Von Podiumsdiskussionen über Workshops, Beratungsangeboten, Ausstellungen und Konzerte bis hin zu kleinen und großen Gottesdiensten - für jeden war etwas dabei.

Foto: Achim Pohl, Bistum Münster

09.05.2018 Abend der Begegnung 18:45 - 22:00 Uhr
  • Münster (pbm/mw). „Über sieben Brücken musst du gehen“ – die Arme vieler Zuschauer wiegen sich im Rhythmus, etliche singen inbrünstig mit. Kaum ist die offizielle Eröffnung des Katholikentags vorbei, hat die „ABW-Band“ der Bewohner von Haus Hall schon ihr Publikum an der Bühne des Westmünsterlands vor der Lambertikirche restlos verzaubert. „Hier ist ja richtig was los“, staunt Dietmar Hahn aus Rösrath, „und die Stadt bietet einfach eine tolle Kulisse“.
    Stimmt. Die Kreisdekanate Borken und Coesfeld haben sich in Münsters Wohnzimmer am Prinzipalmarkt ausgebreitet. Es duftet nach frisch gebackenem Brot. Die verlockend riechenden Laibe kommen aus einem mobilen Holzofen. Und sind etwas ganz besonderes, „aus Dinkel, der direkt hinter der Burg Vischering gewachsen ist – und mit Buttermilch im Vorteig“, stellt Bäcker Jörg Terjung aus Lüdinghausen heraus. Gerne lässt er die Gäste probieren – und seine Brotlaibe gehen weg wie warme Semmeln. Echt lecker halt.
    Auf der Bühne ist inzwischen Moderator Daniel Krawinkel am Mikro. „Pausen“, sagt er und baut Spannung auf, um verschmitzt fortzufahren: „überbrückt man im Münsterland gerne mit Alkohol“. Munter talkt er mit Vertretern zweier münsterländischer Brennereien, bis diese es sich nicht nehmen lassen, ihm je ein edles Erzeugnis einzuschenken. „Köstlich“, lobt er und verweist das Publikum an die passenden Stände: „Sie sind hier im Münsterland, da gehört Korn dazu!“
    Von dort kommt Ulrike Wißmann, die in Altenberge zuhause ist. In der Hand hält sie ein Weinglas mit roséfarbigem Inhalt. „Sehr lecker, dieser Münsterländer Aperitif“, meint sie. Schön sei es, alle paar Meter nette Leute wieder zu treffen, ein bisschen zu reden und dann weiter zu gehen. Für sie hat der Abend auch was von einem Familientreffen.
    Für den Vizeweltmeister im Grillen, Robert Meyer aus Epe, ist es eine Ehre, als Vertreter der Region die Katholikentagsbesucher mit versorgen zu dürfen. Als typisch westmünsterländisches Gericht gibt es bei ihm Kalbstafelspitz, außerdem, weil es aktuell ist, Pulled Pork und – „Ganz klassisch: Chateaubriand im Darm, sprich Bratwurst“. Auch dort duftet es köstlich, die Schlangen an dem Stand mit Fleisch von Tieren mit artgerechter Haltung sind lang, viele Besucher genießen seine Erzeugnisse.
    Ein Ehepaar aus dem Siebengebirge brauchte nicht anzustehen. „Wir sind schon satt, unsere Gastfamilie in Sendenhorst hat uns liebevoll und reichlich versorgt“, freut sich Gisela Faßbender. Super nett und zuvorkommend seien die, von westfälischer Sturheit keine Spur. Das bestätigt auch ihr Mann Michael. Nach einer Fahrradpanne habe ihm eine örtliche Fahrradwerkstatt freundlich und schnell geholfen.
    Unterdessen bewegt sich eine junge Frau rhythmisch und geschmeidig mit ihrem ganzen Körper. Die Musik, die sie dazu inspiriert, kommt von der „Banda Tugurugudung“ aus Borken, einer Trommelgruppe der Musikschule. An Samba-Klängen kann sie nicht vorbei gehen, gesteht Theresa Roth aus Dresden. Sie lobt die große Spannbreite der Bühnenprogamme bei diesem Abend der Begegnung.
    Wie um dies zu bestätigen, spielt kurz darauf auf der Westmünsterlandbühne der Handglockenchor aus Gescher. Beinahe meditativ schwingen die Metallklangkörper, sphärische Klänge bringen das Publikum in einen Chillout-Modus. Gerd Wendt aus Wiesbaden jedenfalls ist kaum ansprechbar. Aber dann erzählt er doch noch, es sei eine faszinierende Musik, der Abend sei sehr abwechslungsreich – und das Wetter echt traumhaft.
    Positiv angetan ist am Ende auch Kreisdechant Christoph Rensing aus Borken. „Münster und die Regionen Coesfeld und Borken zeigten sich hier von ihrer gastfreundlichen und offenen Seite“, dieser Abend der Begegnung habe das Miteinander, den Austausch und auch das Kennenlernen gefördert. „Damit sind wir genau beim Thema Suche Frieden“, bilanziert Rensing.
    Johannes Arntz, Kreisdechant aus Coesfeld, freut sich ebenfalls. „Super viele froh gestimmte Leute, ganz unterschiedliche und nette Gespräche, dazu die Programme, die unsere Regionen auch kulinarisch widerspiegeln – Sehr schön.“ Mit einem gemeinsamen Abschlussgebet lassen die beiden Geistlichen den Abend der Begegnung mit dem Westmünsterland ausklingen.
    Bildunterschriften:
    Spielte auf der Westmünsterlandbühne mitreißende Afro-Brasilianische Rhythmen: die Sambagruppe „Banda Tugurugudung“ der Musikschule Borken.
    Meditativ-sphärische Klänge präsentierte der Handglockenchor Gescher auf der Westmünsterlandbühne beim Abend der Begegnung des Katholikentags.

    Foto: Simone Winking

     

     

10.05.2018 Eröffnungsgottesdienst Christi Himmelfahrt 10:00 Uhr
  • Bischof Felix Genn: „Aus der Kraft des Auferstandenen ist Frieden möglich.“

    Es ist ein Appell, der in diesen Tagen von Münster ausgeht. Und zwar an alle Menschen, sich für den Frieden stark zu machen, ihn weiterzutragen. „Können nicht auch wir von diesem Katholikentag als Friedensbotinnen und Friedensboten in Orte unserer Heimat und unseres Landes Menschen vermitteln: Aus der Kraft des Auferstandenen ist Friede möglich. Das wäre die Botschaft von Münster schlechthin.“ Mit diesen Worten hat Bischof Dr. Felix Genn in seiner Predigt während des Gottesdienstes zu Christi Himmelfahrt auf dem Schlossplatz den 101. Katholikentag eröffnet. Tausende Besucherinnen und Besucher verfolgten den Gottesdienst live vor Ort. Mitgebrachte Regenjacken und -schirme kamen nicht zum Einsatz. Pünktlich um 10 Uhr riss der Himmel auf und die Sonne zeigte sich.
    Genn nahm auch Bezug auf die Dessauer Friedensglocke, die seit ein paar Wochen vor dem LWL-Museum für Kunst und Kultur am Domplatz steht, und die ein Mahnmal für die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR am Ende der 1980-er Jahre ist: „Welche Waffen können wir hier in Münster zerstören und damit den Frieden einläuten? Das ist die Aufgabe, die uns der Katholikentag, und zwar jedem Einzelnen von uns stellt“, sagte Genn. 1990 hatte ein Panzer in Dessau Waffen der Nationalen Volksarmee überrollt und sie dadurch unschädlich gemacht. Aus dem eingeschmolzenen Stahl wurde die Friedensglocke gegossen.
    Jeder, betonte der Bischof, könne am Frieden mitarbeiten: „Der Auferstandene schenkt uns die Gaben und Fähigkeiten – jedem nach seinen Kräften, am Aufbau Seines Reiches zu arbeiten. Dazu gehört auch, den Frieden zu suchen.“ Dass das nicht immer einfach ist, oder verletzungsfrei sei, verdeutlichte Genn ebenfalls: „Wer für den Frieden arbeitet, kann an den Wunden des Auferstandenen nicht vorbei gehen. Ja, es kann sogar sein, dass er im Einsatz selbst verwundet wird.“
    Es ist auch ein Wunsch, so Genn, der von Münster ausgeht. Und zwar ein dringlicher. „Von der Stadt des Westfälischen Friedens geht konkret der Wunsch aus, der über diesem Katholikentag steht: Suche Frieden!“ Passend dazu trugen während des Gottesdienstes Friedensbotschafterinnen und Friedensbotschafter ausgewählte Zitate aus der Bibel in die Menge. „Geht hinaus ist die Welt“ (Mk, 16,15) war da wohl das eindringlichste.
    Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen zahlreicher Akteure aus dem gesamten Bistum: die Jugendkantorei aus St. Dionysius Rheine, der Kirchenchor und die Marienkantorei Warendorf waren ebenso dabei wie der Kirchenchor St. Laurentius Warendorf, der Kirchenchor und der Projektchor Heilig Kreuz Münster, Kreuz & Quer Warendorf, der Mädchenchor Marienfeld, die Mädchenkantorei der Singschule St. Pankratius Emsdetten, Peter Risthaus aus Borken, Daniel Frinken aus Münster, Thomas Kleinhenz aus Lüdinghausen, Michael Lyra aus Münster sowie die Münsteraner Dombläser und ein Gemeindechor, der sich zusammensetzte aus vielen kirchlichen Chören im Bistum Münster. Die musikalische Gesamtleitung hatte Jutta Bitsch.

    Foto: Achim Pohl Bistum Münster 

10.05.2018 Bundespräsident Steinmeier besucht mit Bischof Genn die Kirchenmeile
  • Gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Gattin
    Elke Büdenbender hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am 10. Mai die Kirchenmeile beim
    Katholikentag besucht und sich über Präventionsmaßnahmen informiert. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, Bischof und Staatsoberhaupt
    die Hand zu schütteln oder ein Selfie mit ihnen zu machen.
    In einem längeren Gespräch informierten sich Steinmeier und Genn gemeinsam mit Dr. Thomas
    Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) und dem nordrhein-westfälischen Arbeits-
    und Sozialminister Karl-Josef Laumann, über die Prävention sexualisierter Gewalt. Der Stand
    wird gemeinsam von den Präventionsbeauftragten der deutschen Bistümer betrieben. „Wir haben
    dem Bundespräsidenten von unseren umfangeichen Schulungsmaßnahmen berichtet“, erklärte anschließend
    Ann-Kathrin Kahle, gemeinsam mit Beate Meintrup Präventionsbeauftragte im Bistum
    Münster. Interessiert stellten der Bundespräsident und seine Frau Nachfragen, etwa, ob die Teilnehmer
    sich freiwillig schulen lassen. „Der Anstoß erfolgte über die Bistümer, bei den Teilnehmern ist
    aber im Laufe der Schulungen ein wachsendes Interesse und Bewusstsein für das Thema festzustellen“,
    erläuterte Kahle.
    Bischof Genn betonte, dass ihm die Prävention sexualisierter Gewalt ein wichtiges Anliegen und er
    sich seiner Vorbildfunktion bewusst sei. Daher habe er direkt zu Beginn des Präventionsangebots an
    einer Schulung teilgenommen. Kahle freute sich über das Gespräch mit Bundespräsident und Bischof:
    „Wir fühlen uns durch den Besuch wahrgenommen“, sagte sie. „Und ich denke, wir dürfen stolz darauf
    sein, dass die Kirche das Thema angegangen ist.“
    Nach dem Besuch des Präventionsstandes setzten Bischof Genn und Bundespräsident Steinmeier ihren
    Besuch der Kirchenmeile fort. Insgesamt gibt es dort mehr als 350 Informations- und Begegnungsangebote.
    In ihrer Gesamtheit dokumentiert die Kirchenmeile die Breite des Engagements, das
    Christinnen und Christen in Gesellschaft und Kirche entfalten.

    Bildunterschrift: Bischof Genn und Bundespräsident Steinmeier ließen sich von den Präventionsbeauftragten
    der deutschen Bistümer ihre Schulungsarbeit erläutern.

    Foto: Bistum Münster/Christian Breuer

10.05.2018 Bistumspräsentation 14:30 - 16:00 Uhr
  • Eis aus Maria Veen schmeckt auch bei 16 Grad und Nieselregen

    Kreisdekanat Borken stellt sich bei Bistumspräsentation vor

    Die Klassiker gehen immer: Vanille, Schokolade, Stracciatella, Malaga. Genussvoll schlecken die Gäste auf dem Liebfrauen-Überwasser-Kirchplatz ihre Eiscreme. Eine Erfrischung, die den Katholikentagsbesuchern schmeckt – auch, wenn sie sie bei gerade mal 16 Grad und Nieselregen am 10. Mai eigentlich nicht brauchen. Ausgeteilt werden die Kugeln von der „Eis-Lounge“ aus Maria Veen, einer ganz besonderen Eisdiele, weshalb das Team auch bei der Bistumspräsentation des Kreisdekanates Borken dabei ist. Die „Eis-Lounge“ gehört zum Benediktushof. Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen arbeiten hier zusammen – jeder nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
    Das Motto des Kreisdekanats Borken, unter dem sich das Westmünsterland den Gästen vorstellte, ist Programm in der Region: „Grenzenlose Möglichkeiten“, ergänzt um den Untertitel: „Vom Holzschuh zu Hightech“. Der Kreis Borken, sagte Kreisdekanatsgeschäftsführer Matthias Schlettert, „ist die Heimat vieler innovativer Weltmarktführer“. Von ihnen und weiteren Besonderheiten berichteten die Talkgäste auf der Bühne: Weihbischof Dr. Christoph Hegge, Kreisdechant Christoph Rensing, Landrat Dr. Kai Zwicker, der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, Joachim Anicker, Betriebsleiterin Elisabeth Kranz und „Eis-Lounge“-Mitarbeiterin Simone von Kuick sowie IT-Unternehmer Benedikt Kisner. Moderiert wurde die Runde von Jelena Ruschulte von Radio WMW.
    „Vieles ist ökumenisch möglich“, lobte Rensing das unkomplizierte Miteinander zwischen katholischer und evangelischer Kirche im Kreis Borken. Das bestätigte Anicker: „Wir müssen heute schon gut begründen, wenn wir etwas nicht gemeinsam machen.“
    Dass die Ökumene ihm wichtig ist, hob auch Weihbischof Hegge hervor: „Wir haben eine gemeinsame Botschaft. Und die heißt Christus.“ Auch wenn im katholischen Westmünsterland der Glaube heute noch traditionell fest verwurzelt sei, so dürfe man nicht davor die Augen verschließen, dass sich dieses ändern werde. Das Spenden des Firmsakramentes sieht der Weihbischof als Chance, Menschen mitzunehmen und sie von Gott zu begeistern.
    „Ohne Kirchen ist das Leben im Kreis Borken nicht vorstellbar.“ Landrat Dr. Kai Zwicker nutzte die Gelegenheit und bedankte sich für das großartige Engagement, besonders das der vielen Ehrenamtlichen. Beispielhaft nannte er die Flüchtlingshilfe: „Sie haben viele Aufgaben übernommen, die wir nicht hätten leisten können.“
    Mehr über das leckere Eis verrieten anschließend Kranz und von Kuick: „Unsere Spezialitäten stellen wir aus überwiegend regionalen Produkten in Handarbeit selbst her.“ Dass man das schmeckt, davon ließen sich die Gäste vor der Bühne gerne überzeugen.
    Pressedienst Bistum Münster 10.05.2018
    Für die musikalische Unterhaltung sorgten Susan Albers und Stefan Paßerschroer aus Rhede. Das bekannte Duo trotzte dem Regen und ermunterte die Besucher vor der Bühne zum Mit-schunkeln.
    Bildunterschriften: Vor der Talkrunde schauten sich die Talkgäste mit den Besuchern vor der Bühne einen Clip über das Kreisdekanat Borken an.
    Die Besucher auf dem Liebfrauen-Überwasserkirchplatz trotzten Regen und kühlen Temperaturen.


    Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

10.05.2018 140 Chöre für ein Halleluja 16:00 Uhr
  •  

    Rekordverdächtiges Friedenssingen auf dem Domplatz
    Tausende Sängerinnen und Sänger sangen in bester Laune und stimmgewaltig gegen den Regen an.

     

    Punkt 16 Uhr tritt Chorleiter Ulrich Grimpe ans Mikrofon und begrüßt die riesige Menschenmenge, die sich auf dem Domplatz versammelt hat. „Jetzt geht’s los!“, verkündet er – und meint damit das Begegnungskonzert, für das mehr als 4.300 Chormitglieder aus rund 140 Chören aus dem gesamten Bistum Münster monatelang einzeln geprobt haben. Heute nun sollen ihre Stimmen in gemeinsamer Harmonie erklingen.
    Unbeirrt vom Regenwetter stehen die Sängerinnen und Sänger an diesem 10. Mai in ihren bunten Regencapes vor der Bühne und warten auf ihren Einsatz. Der Platz ist rappelvoll. Jede Bistumsregion wird frenetisch bejubelt, wenn Clemens Lübbers, „Geistlicher Beirat“ des Diözesanverbandes Pueri Cantores, sie begrüßt. Alle Chorleiter bekommen einen nicht enden wollenden Extra-Applaus. „Klingende Botschafter aus den Gemeinden“, nennt Grimpe die Chorsängerinnen und Chorsänger. Der Leiter des Referats Kirchenmusik im Bistum Münster freut sich auf das Konzert: „Wir singen heute erstmals alle gemeinsam, in der Stadt des Friedens, für eine friedvolle Welt!“ Zusammen mit Clemens Lübbers führt Grimpe durch das Programm. Von Musik aus dem 17. Jahrhundert bis zu aktuellen Kompositionen ist in dem eigens für heute angefertigten Chorbuch alles vertreten. Hinter den 15 Richtmikrofonen auf der Bühne stehen – stellvertretend für jede Bistumsregion – fünf Chöre mit Regionalkantor Thomas Kleinhenz aus Coesfeld als Chordirigent. Musikalisch unterstützt werden sie und die zahlreichen Sängerinnen und Sänger vor der Bühne gleich zweifach – von den Dombläsern sowie den „Peaceful Tunes“ mit Daniel Frinken (Gitarre), Peter Risthaus (Bass), Thomas Kleinhenz (Keyboard) und Michael Lyra (Cajon). Das offene Friedenssingen ist überwältigend und macht Gänsehaut: Jedes Lied – vom Kanon bis hin zum 16-stimmigen Halleluja – klingt imposant, feierlich und festlich. Der Funke springt auch auf das Publikum über. Uli Then, Katholikentagsbesucherin vom Niederrhein, ist hin und weg: „Das ist eine wahnsinnig tolle Stimmung hier, einfach nur schön“, meint sie. „Das gemeinsame Singen ist ein großartiges Erlebnis, ich bin richtig berauscht“, ergänzt ihre Schwester Susi Goth. Und überlegt, ob sie nicht auch bald in einem Chor mitsingen soll.
    „Bleiben Sie der Kirchenmusik und Ihren Chören treu“, verabschieden Grimpe und Lübbers die Anwesenden nach etwa einer Stunde und einer bewegenden Zugabe von „Suche Frieden“.

    Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen zahlreicher Akteure aus dem gesamten Bistum: die Jugendkantorei aus St. Dionysius Rheine, die Kirchenchöre St. Josef und St. Laurentius sowie die Marienkantorei und Kreuz & Quer aus Warendorf waren ebenso dabei wie der Kirchenchor und der Projektchor Heilig Kreuz Münster, der Mädchenchor Marienfeld, die Mädchenkantorei der Singschule St. Pankratius Emsdetten, Peter Risthaus aus Borken, Daniel Frinken aus Münster, Thomas Kleinhenz aus Lüdinghausen, Michael Lyra aus Münster sowie die Münsteraner Dombläser und ein Gemeindechor, der sich zusammensetzte aus vielen kirchlichen Chören im Bistum Münster. Die musikalische Gesamtleitung hatte Jutta Bitsch.

    Foto: Michael Bönte / Kirche+Leben

12.05.2018 Wallfahrt nach Telgte 9:00 Uhr
  • Freuen sich auf die Wallfahrt nach Telgte während des Katholikentages (von links): Johannes Braun (Katholikentag), Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp (Diözesanbeauftragter für den Katholikentag), Roland Vilsmaier (Geschäftsführer des Katholikentags), Silvia Backhaus (Katholikentagsbüro des Bistums Münster), Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes (Leiter des Referats Wallfahrtsseelsorge im Bistum Münster) und Christian Meyer (Katholikentagsbüro des Bistums).
    Foto: Bischöfliche Pressestelle / Ann-Christin Ladermann                             

    Singend und betend wollen sie sich auf den Weg machen: Das Bistum Münster lädt die Teilnehmer des 101. Katholikentages am Samstag, 12. Mai, ein, in den zwölf Kilometer entfernten Marienwallfahrtsort Telgte zu pilgern. Es wird die einzige Wallfahrt im Programm sein, sagt Silvia Backhaus. Sie organisiert im Katholikentagsbüro des Bistums diese unter dem Leitwort „Lenke unsere Schritte auf den Weg des Friedens“, das dem Lukas-Evangelium entnommen ist.
    „Telgte ist seit Jahrhunderten einer der wichtigsten Wallfahrtsorte im Bistum, ein Ort, an dem Menschen vor dem Gnadenbild Mariens gebetet und so Trost und Hilfe bekommen haben, auch und gerade die Bischöfe Münsters. Von daher war es ein Anliegen unseres Bischofs Dr. Felix Genn eine Friedenswallfahrt in das Programm zu integrieren“, beschreibt Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes, Leiter des Referats Wallfahrtsseelsorge im Bistum, die Idee zu diesem besonderen Angebot. Er wird die Fußpilger am 12. Mai begleiten. Ein Katholikentag, ergänzt Dierkes, lebe nicht nur von den unterschiedlichen Foren, den Diskussionen und Bühnenprogrammen, sondern auch von der Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Gottesdienste: „Die Wallfahrt nach Telgte ist eine Möglichkeit, sich auf den Weg zu machen und auf diesem Weg als glaubende, hoffende und betende Menschen Gemeinschaft zu erleben.“
    Um 9 Uhr wollen sich die Wallfahrer von der NRW-Bank an der Friedrichstraße auf den Fußweg zum Gnadenbild machen. Dieser führt über die gesperrten Hauptverkehrsstraßen. Die Teilnehmenden erwartet eine traditionelle Fußwallfahrt mit Liedern und Gebeten und damit die „Erfahrung, als Glaubende für den Frieden auf dem Weg zu sein“, verspricht Dierkes.
    Größere Stopps sind unterwegs nicht geplant: „Wir rechnen mit etwa zweieinhalb Stunden für die Strecke“, sagt Silvia Backhaus. In Telgte angekommen, haben die Wallfahrer Zeit für einen Mittagsimbiss auf den Emswiesen, zu dem das Bistum einlädt. Zur besseren Planung werden die Pilger gebeten, sich unter wallfahrt@katholikentag.de anzumelden. „Aber auch spontan ist selbstverständlich jeder willkommen“, freut sich Silvia Backhaus über viele, die sich mit auf den Weg machen.
    Für Familien und alle, die nicht so gut zu Fuß sind, gibt es die Möglichkeit, um 10 Uhr mit dem Bus nach Telgte zu fahren. Start hierfür ist ebenfalls an der NRW-Bank. Propst Dr. Michael Langenfeld erwartet die Buspilger in Telgte.
    Um 14 Uhr feiern alle gemeinsam einen Gottesdienst mit Bischof Felix Genn unter freiem Himmel. „Die Wallfahrt lebt vom passenden Pilgerwetter“, sagt Silvia Backhaus und hofft auf 18 Grad und Sonnenschein. Bei Regen könnte die Messe auch in der Propsteikirche gefeiert werden.
    Gegen 15.30 Uhr starten die Busse, die vom Bistum gechartert werden und kostenlos bereitstehen, zurück nach Münster. Dann hoffentlich vollbesetzt mit Pilgern, „die gestärkt in ihrem Glauben sind“, so der Wunsch von Pfarrer Dierkes.

     

     

     

Kurzvideo aus Schöppingen erfolgreich beim Wettbewerb „movie2.18“
  • Stefanie Eißing, Rike Bitter und Rike Dillmann vom siegreichen Schöppinger Videoteam erhielten die Urkunde für den Kurzfilmwettbewerb „movie2.18“ von Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp (von links).

    Messdienerleiter siegten mit „Friede, Freude, Fahrradtour“

    And the winner is: der Film „Friede, Freude, Fahrradtour“, produziert von der Messdienerleiterrunde aus Schöppingen um Rike Bitter, Rike Dillmann und Stefanie Eißing. Zusammen mit Videos von Gruppen aus Hatten, Lienen, Münster und Rees hat das Schöppinger Team den Kurzfilmwettbewerb „movie 2.18“ gewonnen. Die Siegerbeiträge wurden auf der Katholikentagsbühne des Bistums Münster mit Preisgeldern von je 250 Euro ausgezeichnet.
    Der Wettbewerb im Vorfeld des Katholikentags stand unter der Überschrift „Suche Frieden“. Insgesamt 39 Videos hatten junge Teams aus Schulklassen, Jugendgruppen oder anderen Konstellationen eingereicht. Die Jury bestand aus dem Theologen und Medienexperten Fabian Löckener, der Medienwissenschaftlerin Dr. Petra Pansegrau und der Multimediaredakteurin Sarah Stöber.
    Für den Siegerbeitrag aus Schöppingen hob die Jury hervor, der „Film mit dem witzigen Titel“ spiele auf den Dialog der Religionen und Konfessionen an. Der Film sei – auch dank der verwendeten Drohnen-Bilder – „technisch hervorragend umgesetzt.“ Man spüre „das Vergnügen und den Humor der Macher“, lobte die Jury. Positiv zu erwähnen sei zudem die musikalische Untermalung, für die der Kirchenchor St. Brictius gesungen habe.
    Die Urkunde überreichte Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp, Beauftragter des Bistums für den Katholikentag, das Preisgeld wurde anschließend ausgehändigt – unter großem Applaus der zahlreichen Zuschauer.
    Die Idee zu dem Film sei ihnen gekommen, weil es trotz des Mottos „Suche Frieden“ auch Bereiche gebe, in denen der Friede gefunden sei, erklärte Stefanie Eißing. So sähe sie das beispielsweise für die Situation, in der Schöppingen sein Fest der Kulturen feiern könne. Vor dem Hintergrund habe sich leicht die Filmidee entwickeln lassen, die sie umgesetzt hätten, sagte Eißing.
    Den Siegerbeitrag des Schöppinger Teams findet man bei Youtube, wenn man „Friede Freude Fahrradtour“ in das Suchfeld eingibt. Im Youtube-Kanal des Bistums Münster gibt es eine Playlist, die viele weitere der eingereichten movie2.18-Beiträge enthält. Sie ist aufrufbar unter: https://bit.ly/2rCCKMe

    Foto: Bischöfliche Pressestelle/Martin Wißmann

     

     

Bilanz des 101. Deutschen Katholikentages
  • Botschaft des Katholikentags: „Es lohnt sich, hart dafür zu arbeiten, dass der Friede das letzte Wort haben wird.“


    Münster (pbm/sk). „Ich bin mit dem Verlauf des Katholikentags höchst zufrieden.“ Dieses Fazit hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am 12. Mai bei der Bilanzpressekonferenz des 101. Deutschen Katholikentags in Münster gezogen. „Es ist alles friedlich geblieben, die Menschen fühlen sich in Münster ausgesprochen wohl, sie wurden herzlich willkommen geheißen, ihnen wird von Ehren- und Hauptamtlichen geholfen, wann immer es notwendig ist und die Sonne hat geschienen: fast immer“, sagte der Bischof.
    Er sei vor allem deshalb sehr zufrieden, weil der Katholikentag in Münster keine „Friede-Freude-Eierkuchen-Veranstaltung“ gewesen sei. Die inhaltlichen Diskussionen zum Leitwort „Suche Frieden“ habe er als offen, konstruktiv, differenziert, manchmal auch zugespitzt und konfliktiv in der Sache, aber immer als respektvoll erlebt. „Auch Kirchenkritiker müssen einräumen, dass es einen solch breiten öffentlichen Diskurs heute nur noch auf den evangelischen Kirchentagen und Katholikentagen gibt“, sagte der Bischof. In der Sache gehe vom Katholikentag die Botschaft aus: „Es lohnt sich, hart dafür zu arbeiten, dass der Friede das letzte Wort haben wird.“ Es dürfe nicht zugelassen werden, dass Terror, Gewalt, Fremdenhass, Antisemitismus und rechte Hetze die Welt und Gesellschaft zerstörten.
    Bischof Genn dankte den Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft, die am Katholikentag teilgenommen haben für ihre „pointierten Positionierungen.“ Im Blick auf die Rede des Bundespräsidenten bei der Eröffnung betonte der Bischof: „Es war stark, was er uns gesagt hat“ und fuhr fort: „Wir brauchen heute mehr denn je Politikerinnen und Politiker, die sich in ihrer Amtsführung nicht von Meinungsumfragen, bevorstehenden Wahlen oder Machtgier leiten lassen, sondern von einer Haltung, die darauf basiert, dass jeder Mensch eine unantastbare Würde hat und dass der Friede das höchste aller Güter ist.“ Wichtig sei, dass die Botschaften des Katholikentags keine Strohfeuer blieben, sondern eine nachhaltige Wirkung entfalteten.
    Auch, so unterstrich Bischof Genn, habe der Katholikentag gezeigt, dass der Glaube mittendrin in der Gesellschaft stehe und lebendig sei. Natürlich, so räumte er ein, befinde sich die Kirche in einem Wandel. Das heiße aber nicht immer und einfach nur Niedergang. Bischof Genn: „Wandel heißt Neues wagen, Wandel heißt experimentierfreudig sein, Wandel heißt, nach vorne zu schauen und nicht nur zu sagen: ‚Früher war alles besser.‘ Das war es nicht. Totgesagte länger leben. Auch das hat der Katholikentag sehr eindrucksvoll gezeigt – nicht zuletzt durch die beeindruckenden Gottesdienste und weiteren geistlichen Angebote.“
    Der Bischof sagte, dass er sich insbesondere sehr gefreut habe, zu sehen, wie viele junge Christinnen und Christen sich beim Katholikentag ganz selbstverständlich und öffentlich zu ihrem Glauben bekannt hätten. „Dieser Glaube steht für uns unter dem Zeichen des Kreuzes, das Frieden stiftet und Versöhnung schafft“, betonte er.
    Der Bischof zeigte sich dankbar und berührt vom großartigen Engagement der vieler Ehren- und Hauptamtlichen, gerade auch aus dem Bistum Münster. „Es macht mich stolz, Bischof eines Bistums mit solch großartigen Menschen zu sein, die einfach für andere da sind“, sagte er. In seinen Dank schloss er die Bürgerinnen, Bürger und die Verantwortlichen der Stadt Münster, die Einsatzkräfte von Polizei, Rettungs- und Sanitätsdiensten, die Mitarbeitenden vom Katholikentag und vom Zentralkomitee der Deutschen Katholiken sowie alle ein, die nach Münster gekommen seien.

Fahrkostenerstattung für Pfarreien
Logo Bistum Münster