Die großen und die kleinen Fragen des Leben

zum 1. August hat Claas Krosse seine Stelle als Pastoralreferent in der Pfarrei St. Gudula in Rhede und im dazugehörigen Pastoralen Raum angetreten.

Claas Krosse ist neuer Pastoralreferent in der Pfarrei St. Gudula in Rhede. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Achim Pohl

Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu finden, das hat Claas Krosse schon früh fasziniert. Nach einem Jahr im Lehramtsstudium hat der gebürtige Kalkarer sein Biologiestudium drangegeben – und sich auf die Theologie konzentriert. Den Magister in der Tasche, startete Krosse eine dreijährige Ausbildung zum Pastoralreferenten im Bistum Essen. Zum 1. August beginnt er nun seine erste Stelle in der Pfarrei St. Gudula in Rhede und im dazugehörigen Pastoralen Raum. Am 27. September wird der 27-Jährige zusammen mit 14 weiteren Pastoralreferentinnen und -referenten im münsterischen St.-Paulus-Dom von Bischof Dr. Heiner Wilmer offiziell für seinen Dienst beauftragt.

Claas Krosse ist klassisch katholisch sozialisiert am Niederrhein aufgewachsen: „Ich war Messdiener und habe während meiner Schulzeit eine Ausbildung zum nebenberuflichen C-Kirchenmusiker gemacht und bin so in Kontakt mit der Liturgie gekommen.“ Nach dem Abitur musste er sich entscheiden, wo der berufliche Weg hinführen sollte…

„Medizin war anfangs auch ein Gedanke“, schaut der Niederrheiner zurück. Doch die Suche nach Gott und dem, was nach dem Tod kommt, lässt ihn nicht los. Während des Theologiestudiums in Münster begleitet Claas Krosse weiter Gemeinden in Gottesdiensten an der Orgel. Ein Hobby, das er gerne auch als Pastoralreferent beibehalten möchte: „Allerdings nicht in Rhede, da habe ich einen anderen Auftrag“, fügt er an.

In seiner Assistenzzeit im Bistum Essen sah sich der Pastoralassistent mit den Kontrasten kirchlicher Wirklichkeit konfrontiert: „Auf der einen Seite die sozialen Herausforderungen, denen man in der Cityseelsorge in Essens Innenstadt gegenübersteht – und auf der anderen Seite ein eher klassisch geprägtes Gemeindeleben in Mülheim.“

Die Erfahrungen, die er an den so unterschiedlichen Orten gemacht hat, haben Krosse geprägt. Ihm ist dabei klar geworden: „Wir sind nicht nur die, die etwas senden, wir bekommen auch etwas zurück.“ Für dieses Geschenk ist er immer wieder aufs Neue dankbar – und es motiviert ihn, weiterzugehen.

Weil seine Freundin und er gerne wieder näher zur Familie wollten, geht es für den Kalkarer nach der Ausbildung zurück ins Bistum Münster. Ihre Wohnung in Bocholt hat das Paar bereits eingerichtet. Am vergangenen Wochenende stellt sich Claas Krosse der Gemeinde von St. Gudula vor. Danach geht die Arbeit los – auch wenn es in den Sommerferien anfangs sicher noch ein wenig ruhiger sein wird: „Eine gute Möglichkeit, die Menschen und die Strukturen besser kennenzulernen.“ Mit Pfarrer Thorsten Schmölzing und Pastoralreferentin Sonja Stratmann hat Krosse schon erste Felder abgestimmt: „Ich werde mich um die Kinder- und Jugendgruppen kümmern und in die Firmvorbereitung einsteigen.“ Außerdem gehören die Prävention und einige Schulgottesdienste zu seinen Aufgaben. Selbstverständlich steht sein Name in regelmäßigen Abständen auf dem Predigtplan.

Neben den erwähnten großen Themen des Lebens, beschäftigt sich Krosse mit Blick auf seine neuen Aufgaben auch mit praktischen Überlegungen für den kirchlichen Alltag. Er möchte die Frage „Wie erreichen wir als katholische Kirche die Menschen?“ umdrehen: „Wie und wo sind wir für die Menschen erreichbar?“ Dafür brauche es eine gute Vernetzung, glaubt der Pastoralreferent: „Und zwar mit den anderen Playern der Stadtgesellschaft.“ Offenheit zeige sich oftmals schon in kleinen Dingen, beispielsweise beim Raumangebot. Sich mit anderen auszutauschen, sei keine große Sache, helfe aber weiter.