„Religion ist nicht die Quelle von Hass und Gewalt, sondern die Quelle eines guten Zusammenlebens der Menschen in Gemeinschaft.“ Das hat Münsters Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers bei der Jahrestagung der katholischen Religionslehrkräfte an Gymnasien und Gesamtschulen im Bistum am 19. Februar auf der Jugendburg Gemen in Borken betont. Mit ihrem Unterricht leisteten die Lehrerinnen und Lehrer dazu einen wesentlichen Beitrag, indem sie Kindern und Jugendlichen den Glauben an Gott in einer immer säkularer werdenden Gesellschaft nahebrächten, so der Übergangsleiter des Bistums.
Like. Share. Believe? (Gefällt mir. Teilen. Glauben?) Demokratiekompetenz im Religionsunterricht“ – so war die Jahrestagung des Verbandes katholischer Religionslehrerinnen und -lehrer an Gymnasien und Gesamtschulen (VKRM) dieses Mal überschrieben. Und das in Anbetracht der gesellschaftspolitischen Debatten und Diskussionen der zurückliegenden Monate wohl aus sehr aktuellem Anlass. Demokratie ergebe sich nicht von selbst, so die Überzeugung der Verbandsorganisatoren. Demokratie müsse gelernt, eingeübt und gefördert werden. Und genau da setzten sie an: Was kann der Religionsunterricht dazu beitragen, Demokratie, Toleranz und Menschenwürde (in der Schule) zu stärken? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigten sich die Religionslehrerinnen und Religionslehrer in Vorträgen und Workshops.
Braucht Demokratie Religion? Mit einem klaren Ja antwortete Prof. Dr. Dr. Martin Breul von der Universität Dortmund in seinem Vortrag auf diese Fragestellung. Welchen Einfluss haben charismatische christliche Influencerinnen und Influencer in den sozialen Medien wie Instagram oder Tiktok auf Schülerinnen und Schüler? Herausforderungen, die die Lehrkräfte in den Blick nahmen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Christfluencer oftmals rechtspopulistisches Gedankengut verbreiten. Einig waren sich die Lehrkräfte, dass die Tage auf der Jugendburg ihr Bewusstsein für diese gesellschaftspolitische Problematik noch einmal geschärft haben – und einig war man sich auch: „Das Thema gehört in den Religionsunterricht.“
Gemeinsam suchten die Teilnehmenden nach Möglichkeiten, sich der herausfordernden Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex „Demokratie“ im Unterricht zu stellen. Sie nahmen Gedanken auf und übertrugen sie in die Praxis. Wie immer fand das Treffen in Kooperation mit dem Bistum Münster und dem Institut für Lehrerfortbildung (IfL) statt.
Bereits im Gottesdienst hatte Diözesanadministrator Hamers den Religionslehrern für ihren Einsatz und ihr Glaubenszeugnis in schwieriger Zeit gedankt und ihnen seine persönliche Hochachtung für ihr Engagement zum Ausdruck gebracht. In den anschließenden Gesprächsrunden, an denen auch Judith Henke-Imgrund, Leiterin des Fachbereichs Schule, Hochschule, Bildung im Bistum Münster, sowie Peter Grus und Jens Dunkel als Vertreter der Bezirksregierung Münster teilnahmen, ging es vor allem um die Frage, was der Religionsunterricht heute und in Zukunft leisten solle. Henke-Imgrund fasste es in einem Satz zusammen: „Die Geschichte von Gott weiterzuerzählen.“ Wichtig sei, als Kirche dort zu sein, wo junge Menschen sind – in der Schule und im Religionsunterricht.
Dem schloss sich Hamers an und wandte sich abschließend noch einmal an die Lehrkräfte: „Sie tragen dazu bei, dass Schulen auch pastorale Orte sind.“
Marcus Hoffmann als VKRM-Vorsitzende bedankte sich am Ende des Abends bei den Gästen für Teilnahme und Austausch.