Sie möchte mit einem Perspektivwechsel ihren Blick weiten, die westliche Brille abnehmen – und sie wünscht sich, mit vielen schönen Erfahrungen zurückzukommen, die fürs Leben prägen. Die Abiturprüfungen hinter sich, steht Ida Wellermann in den Startlöchern für ihr nächstes Abenteuer. Die junge Velenerin fliegt am 15. September für ein Jahr nach Ghana, um sich über das weltwärts-Programm als Freiwillige fürs Bistum Münster in einem sozialen Projekt in Jasikan zu engagieren.
Ida Wellermann wird zusammen mit drei Mitfreiwilligen lernschwache Kinder in einer Schule betreuen: „Wir werden sie in Mathematik und Englisch unterrichten – in einem Parallelkursus, in dem alles etwas langsamer erklärt wird.“ Ob sie nachmittags auch noch ein Programm anbieten, ist den Freiwilligen überlassen: „Wir werden vor Ort mit den Kindern überlegen und sie fragen, worauf sie Lust haben.“
Einiges an Erfahrungen für ihre neue Aufgabe bringt die 18-Jährige mit. Ida Wellermann hat bis vor kurzem Volleyballtraining für Acht- bis Elfjährige gegeben und kennt die Altersgruppe, die in Jasikan auf sie wartet: „Auch wenn die Kinder in Ghana sicher anders aufwachsen.“
Untergebracht sind die Freiwilligen aus Deutschland in einem eigenen Haus auf dem Center. Nebenan lebt der für Schule zuständige Pfarrer.
Schon früh hatte Ida Wellermann den Plan, nach der Schule ins Ausland zu gehen. Auch, weil ihre beiden Brüder mit dem Sportverein schon mal zwei Wochen in Namibia waren. Sie fand „so cool, was die Zwei alles über Afrika erzählt haben“, dass sie sich für das weltwärts-Programm des Bistums Münster beworben hat.
In den zurückliegenden Monaten wurden die Bistumsfreiwilligen von den Mitarbeitenden der Abteilung Weltkirche des Bistums, die für den Internationalen Freiwilligendienst zuständig sind, auf ihren Einsatz vorbereitet. Die Seminare mit Fachleuten und die gemeinsamen Unternehmungen stärkten den Zusammenhalt der Gruppe. Außerdem wissen die jungen Leute, dass sie bei Fragen jederzeit Kontakt mit den Verantwortlichen in Münster aufnehmen können.
Ida Wellermann und die anderen Ghana-Freiwilligen sind außerdem im engen Austausch mit ihren Vorgängern: „Sie geben uns Tipps für den Alltag und haben auch schon Packlisten geschickt.“ Was es in den Kulturen zu beachten gilt, dazu gab es bei den Vorbereitungstreffen wichtige Informationen. Und auch mit der politischen Situation in den Ländern haben sie sich umfassend beschäftigt:
Viel gab und gibt es in den Wochen vor der Abreise zu erledigen. Visum und Kreditkarte mussten beantragt werden. Gegen mögliche Erkrankungen sind alle Freiwilligen vor dem Abflug selbstverständlich geimpft. Auch wenn sie bislang noch nie Heimweh gehabt hat, dieses Mal rechnet Ida Wellermann schon damit. Schließlich war sie noch nie so lange von zu Hause weg. Zum Glück aber lässt sich der Kontakt dank Skype, WhatsApp und anderen Kommunikationsplattformen leicht über tausende Kilometer halten. Ganz „Old School“: Ein Album mit Fotos von den Daheimbleibenden gehören bei ihr auf jeden Fall in ihre Koffer – genauso wie das Ebook. Ida Wellermanns Eltern haben außerdem schon geplant, mit der kleinen Schwester ihre Tochter in den nächsten Osterferien in Ghana zu besuchen. Und selbstverständlich wollen die Freiwilligen – wann immer ihre Zeit es möglich macht – durchs Land reisen.
Informationen zum Freiwilligendienst im Bistum Münster gibt es im Internet unter www.ms-freiwillig.de.