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    "Ich bin bei euch alle Tage"

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    "Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden."

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    "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. "

    Mt 18,20

„Wir glauben den Menschen, die mit ihrer Geschichte zu uns kommen“

Interventionsbeauftragter Peter Frings beantwortete in Epe Fragen der Gemeinde zu den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen Pfarrer T. und Kaplan H. während ihrer Zeit in der Pfarrei St. Agatha.

Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

Der St.-Agatha-Gemeinde gab Peter Frings als Interventionsbeauftragter des Bistums Münster am Ende des knapp zweistündigen Austausches einen Rat: „Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander, werden Sie selbst aktiv, entwickeln Sie eigene Ideen, wie Sie vor Ort mit dem Geschehen umgehen können – und fordern Sie jede notwendige Unterstützung vom Bistum ein.“  Frings beantwortete am 18. Oktober in Epe Fragen der Gemeinde zu Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen den verstorbenen Pfarrer T. und den verstorbenen Kaplan H. während deren Zeit in St. Agatha. Die Vorwürfe waren im vergangenen Sommer bekannt geworden. Zwei Betroffene hatten sich beim derzeitigen Pfarrer Thorsten Brüggemann gemeldet.

Für die Menschen in der Pfarrei sei der Umgang mit den neuen Missbrauchsvorwürfen eine große Herausforderung, erklärte Moderator Stefan Werding die Stimmung. Das spiegelte sich in den Wortbeiträgen wider. Nicht nachvollziehen konnten die Gemeindemitglieder, warum niemand die Pfarrei über bereits bekannte Vorwürfe gegen die beiden Priester informiert habe, nicht einmal nach der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens durch die Westfälische Wilhelms-Universität im Juni. Den Unmut nahm Frings auf, erklärte das frühere Verhalten als falsch und versicherte ein Umdenken im Bistum: „Wer heute als Pfarrer die Leitung übernimmt, wird über mögliche Missbrauchsfälle in der Pfarrei informiert.“ 

Pfarrer T. betreffend liegen aktuell acht Meldungen von Betroffenen vor, sagte der Interventionsbeauftragte. Die Vorwürfe umfassen verbale Entgleisungen bis hin zum schweren Missbrauch. Im Fall Kaplan H. haben sich seit der Bekanntgabe in der Pfarrei zwei weitere Betroffene gemeldet. Insgesamt sind sechs Fälle bekannt, einer aus seiner Zeit in Ahlen, fünf aus Epe.

Frings bat um Verständnis, dass nicht alle Meldungen öffentlich werden: „Wenn Betroffene das nicht möchten, respektieren wir diese Entscheidung und richten uns selbstverständlich danach.“ Der Interventionsbeauftragte verdeutlichte: „Wir machen nichts gegen den Willen der Betroffenen, die sich uns anvertrauen.“ 

Rückblickend auf seinen Besuch in Epe im vergangenen Jahr, als die Vorwürfe gegen Pfarrer T. bekannt wurden, räumte Frings ein, dass er seinerzeit nicht daran gedacht habe, bei der Gelegenheit auch über die beim Bistum bereits bekannten Vorwürfe gegen Kaplan H. zu informieren: „Aus solchen Fehlern muss ich lernen.“

Dass das Bekanntwerden der Taten für eine Gemeinde nicht leicht sei, betonte Pfarrer Brüggemann. Die erste Fassungslosigkeit sei der Forderung nach Aufklärung gewichen: „Aber ich habe auch Stimmen gehört, die sagen: Lass es gut sein mit diesem Thema, wir können es nicht mehr haben.“ Schließlich sei Kaplan H. bereits vor 60 Jahren gestorben. 

Im Blick haben müsse man außerdem, dass viele in der Gemeinde durchaus positive Erfahrungen mit den beiden Geistlichen verbinden. Diese, erklärte der Interventionsbeauftragte des Bistums, sollen auch keinem genommen werden: „Wir müssen uns klar werden, dass die Täter zwei Seiten hatten.“ 

Pfarrer Brüggemann schloss den Abend mit einer dringenden Bitte: „Wir wollen in unserer Gemeinde offen über das Thema sexueller Missbrauch reden.“ Und an mögliche weitere Betroffene richtete er den Wunsch: „Trauen Sie sich, mit jemandem aus dem Seelsorgeteam zu sprechen. Wir glauben den Menschen, die mit ihrer Geschichte zu uns kommen.“

Von sexuellem Missbrauch betroffene Menschen, die mit ihrem Anliegen, ihren Sorgen und Nöten Hilfe vom Bistum Münster möchten, können sich auch an eine der folgenden Ansprechpersonen wenden: Hildegard Frieling-Heipel (Telefon 0173-1643969), Margret Nemann (Telefon 0152-57638541) sowie Bardo Schaffner (Telefon 0151-43816695). Die Ansprechpersonen sind unabhängig vom Bistum tätig und zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Sie geben Informationen nur mit dem Einverständnis der Betroffenen weiter. 
 

Matomo