Diözesanrat verabschiedet Satzung für Kreisdekanatskonferenz

Die Mitglieder des Diözesanrats verabschiedeten eine neue Satzung für das Gremium, das künftig auf Ebene der Kreisdekanate und des Stadtdekanats Münster im nordrheinwestfälischen Teil des Bistums das kirchliche Leben mitbestimmen kann.

Münsters Bischof Dr. Felix Genn begrüßt den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten synodalen Prozess. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir als Kirche diesen Weg gehen“, betonte er bei der Sitzung des Diözesanrats im Bistum Münster am 25. Juni, die erstmals wieder unter Schutzmaßnahmen in Präsenz stattfand. „Kirche ist Synodalität“, fasste der Bischof das Anliegen des Papstes zusammen, jeder bringe sich mit seinen Rollen und Fähigkeiten ein, nehme aber auch seine Rolle wahr.
Weil der „Synodale Weg“, so wird der in Deutschland seit 2020 laufende Gesprächs- und Reformprozess bezeichnet, in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden sei, freue er sich über den Zuspruch aus dem Vatikan, sagte Genn: „Für mich ist dieser Prozess, der die ganze Weltkirche in die Vorbereitung auf die Bischofssynode 2023 einbezieht, ein ganz wichtiges Signal.“ Der mehrstufige Prozess, der zunächst die diözesane, dann die kontinentale und schließlich die weltkirchliche Ebene betrifft, sei aber auch ein Lernprozess. Der synodale Prozess sieht vor, dass ab Oktober Anhörungen in den Bistümern abgehalten werden. Wie dies konkret im Bistum Münster umgesetzt wird, werde in den kommenden Wochen und Monaten gemeinsam mit den Verantwortlichen erarbeitet.
Die Mitglieder des Diözesanrats verabschiedeten außerdem eine neue Satzung für das Gremium, das künftig auf Ebene der Kreisdekanate und des Stadtdekanats Münster im nordrheinwestfälischen Teil des Bistums das kirchliche Leben mitbestimmen kann. Gibt es bisher in jedem Kreisdekanat und im Stadtdekanat die Kreisdekanatsversammlung und das Kreiskomitee der Katholiken, also die Laienvertretung, können diese beiden Gremien künftig zu einer gemeinsamen Kreisdekanatskonferenz zusammengeführt werden. Dafür bedarf es einer Zweidrittelmehrheit der beiden Gremien. Es sei immer schwerer, Menschen für die Mitarbeit in Gremien zu gewinnen, erklärte Lisa Rotert, Geschäftsführerin des Diözesanrats. „Mit dieser Möglichkeit reagieren wir auf die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft.“
Bischof Genn und Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp informierten zudem über den Prozess zur Entwicklung der pastoralen Strukturen angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen. Bei ihrer Klausurtagung in der vergangenen Woche hatte die Bistumsleitung unter anderem überlegt, in welcher Form Haupt- und Ehrenamtliche sowie die Räte und Gremien in den Prozess einbezogen werden können. „Es wird Veranstaltungen in den Kreisdekanaten, im Stadtdekanat Münster und im Offizialatsbezirk Oldenburg geben“, kündigte der Generalvikar an. Das Ziel sei weiterhin, Menschen mit der Botschaft des Evangeliums in Berührung zu bringen, hob Bischof Genn hervor. Dafür bedürfe es der Bereitschaft zur Kooperation und Teamfähigkeit: „Es darf keine Einzelkämpfer mehr geben“, betonte er.
Auskunft über den aktuellen Stand beim Projekt „Zukunft freiwilligen Engagements im Bistum Münster“ gab Martin Schröer vom Referat Engagementförderung im Bischöflichen Generalvikariat. Bestehende Leitlinien für das Ehrenamt werden seit Mai in fünf Themengruppen überarbeitet. Grund dafür sei das sich verändernde Ehrenamt: Freiwillige wollen sich seltener langfristig binden, sondern eher projektbezogen arbeiten. In zwei digitalen Hearings in der vergangenen Woche hätten mehr als 150 Ehrenamtliche von ihren Haltungen, Wünschen und Anregungen berichtet. „Wir nehmen das Gehörte mit in die Themengruppen und arbeiten weiter an einer möglichst breiten Verständigung darüber, was freiwilliges Engagement im Jahr 2021 bedeutet und wie die Kirche es fördern kann“, sagte Schröer.
Der Diözesanrat ist das oberste synodale Mitwirkungsgremium. Durch ihn nehmen die Gläubigen des Bistums an der Leitung des Bistums durch den Bischof teil. Aus den vielen Feldern kirchlicher Arbeit kommen hier Vertreterinnen und Vertreter zusammen, um an den zentralen Entscheidungen im Bistum mitzuwirken, um den Bischof zu beraten.

Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

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