Bischof Genn feiert Gottesdienst zum 75-jährigen Bestehen der Jugendburg

Münsters Bischof Dr. Felix Genn war am Samstag zusammen mit Weihbischof Dr. Christoph Hegge (links) nach Borken gekommen, um einen Gottesdienst zum 75-jährigen Bestehen der Jugendburg Gemen zu feiern. Burgkaplan Ralf Meyer (rechts) begrüßte die Gäste zu Beginn im Burghof.

Wie stolz er auf die Jugendburg ist, das war Münsters Bischof Dr. Felix Genn deutlich anzumerken – und anzuhören. Zum 75-jährigen Bestehen der Jugendbildungseinrichtung in Trägerschaft des Bistums war der Bischof am 20. März zusammen mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Weihbischof Dr. Christoph Hegge nach Borken gekommen. Geplant war zum Auftakt des Jubiläumsjahres eigentlich ein festlicher Gottesdienst mit vielen Gästen. Wegen der Corona-Pandemie musste die Runde deutlich kleiner ausfallen. Im Burghof hatten sich bei strahlendem Sonnenschein nur die Mitarbeitenden der Burg versammelt. Für alle anderen gab es die Gelegenheit, den Gottesdienst im Livestream anzuschauen.
Eine Burg, sagte der Bischof in seiner Predigt, stehe auf den ersten Blick für etwas Festes, Begrenztes, für etwas aus einer früheren Zeit. Aber, so fügte Genn direkt an: „Eine Burg bietet auch eine schützende Mauer und ist ein Ort, an dem man sich zurückziehen, aufatmen und sich geborgen fühlen kann.“ In einem solchen Umfeld könnten Jugendliche Begegnung und Gemeinschaft erleben.
Doch das Engagement der Jugendburg reiche weiter: „Es geht nicht nur darum, einen schützenden Raum zu haben, sondern auch darum, aus diesem Raum hinausgeführt zu werden.“ Die Jugendburg sei ein Ort, an dem Jugendliche zu sich selbst kommen könnten, und zudem ermutigt würden, „in die Weite unserer Gesellschaft und der Kirche zu gehen, um dort das Leben mitzugestalten“.
Das all dieses möglich ist, sei ein Verdienst des Burg-Teams. Der Bischof bedankte sich stellvertretend bei Burgkaplan Ralf Meyer und Burg-Geschäftsführer Bernd Scho. Letzterer gab das Lob gerne an die Mitarbeitenden weiter. Als Zeichen der Wertschätzung waren sie zu Beginn des Gottesdienstes mit einem Frühlingsblumenstrauß und einer Schokolade auf ihren Plätzen überrascht worden.
Vor dem Schlusssegen gab es Video-Grußworte. Landrat Dr. Kai Zwicker und Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing gratulierten ebenso zum Jubiläum wie Barbara Kockmann vom Diözesanvorstand der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) und die Schützen aus Gemen.
Weil aufgrund der Pandemielage viele der sonst geladenen Gäste nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten, startete Burgkaplan Meyer gleich zu Beginn über das Internet eine Umfrage, aus welchen Städten der Burg Verbundene den Stream verfolgten: Bonn, Kevelaer, Recklinghausen, Düsseldorf, Arnsberg, Neukirchen-Vluyn...
Musikalisch begleitete die Houseband der Jugendburg den Gottesdienst, die, wie Bischof Genn betonte, längst „zum Inventar des Hauses“ gehöre.
Die Burg Gemen kann insgesamt auf eine 900-jährige Geschichte zurückblicken – von der das Bistum Münster die Historie der letzten 75 Jahren mitgeschrieben hat. Denn auf Initiative des damaligen Bischofs Clemens August Kardinal von Galen wurde das Schloss 1946 von den Grafen Landsberg-Velen an das Bistum verpachtet. Seither wird es als Jugendbildungsstätte genutzt – übrigens die einzige in Trägerschaft des Bistums Münster. Die „Jugendburg Gemen“ ist heute weit über die Grenzen Nord-rhein-Westfalens bekannt und mit mehr als 200 Betten und 20 Seminarräumen sogar eine der fünf größten Einrichtungen in ganz Deutschland. Hausherr ist seit dem vergangenen Sommer Burgkaplan Ralf Meyer. Zusammen mit seinem Team hat er das Jubiläumsprogramm festgezurrt – wie immer und
alles in dieser Zeit selbstverständlich coronakonform und unter Vorbehalt. Den Auftakt machte der Gottesdienst mit Bischof Genn und Weihbischof Hegge.

Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

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