Bücherei St. Georg in Vreden wird bundesweit erste kirchliche „Open Library“

Bundesweit als erste Bücherei in kirchlicher Trägerschaft wird die Bücherei St. Georg in Vreden voraussichtlich ab dem 1. Dezember zu einer „Open Library“, einer Bücherei, in der die Nutzerinnen und Nutzer mit Leserausweis und Pin auch zu ungewöhnlichen Zeiten Zutritt haben. Darauf ist Büchereileiter Michael Schürmann stolz.

Wer zum Feierabend spontan Lust auf eine neue Lektüre hat oder in der Mittagspause gern die Nase in ein Buch steckt, kann sich künftig in der Bücherei St. Georg bedienen. „Auch dann, wenn vom Team keiner da ist“, betont Leiter Michael Schürmann. Bundesweit als erste Bücherei in kirchlicher Trägerschaft wird die Einrichtung in Vreden voraus-sichtlich ab dem 1. Dezember zu einer „Open Library“, einer Bücherei, in der die Nutzerinnen und Nutzer mit Leserausweis und Pin auch zu ungewöhnlichen Zeiten Zutritt haben.
Damit, das ist Schürmann wichtig, solle kein Personal eingespart werden: „Wir wollen mit diesem Modell lediglich unsere Öffnungszeiten noch attraktiver machen.“ Insgesamt werden diese um 44,50 Stunden pro Woche ausgeweitet. Besonders im Blick haben der Büchereileiter und sein Team, bestehend aus drei Haupt- und 13 Ehrenamtlichen, die Berufspendler. Sie können demnächst vor oder nach der Arbeit sowie in der Pause rüberkommen. Die zusätzlichen Öffnungszeiten orientieren sich an den Erfahrungen, die das Team in der Vergangenheit mit den Wünschen der Kundschaft gemacht hat: montags von 7 bis 14 Uhr und von 18 bis 20 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 7 bis 9 Uhr, von 12 bis 14.30 Uhr und von 18 bis 20 Uhr, donnerstags von 7 bis 9 Uhr und von 12 bis 14.30 Uhr und samstags von 7 bis 17 Uhr und von 18.30 bis 20 Uhr. Insgesamt sei die Bücherei dann 72 Stunden pro Woche geöffnet, ein Umfang, den sonst nur Großstadtbibliotheken anböten, ergänzt Schürmann.
Drinnen haben die Nutzer alle Möglichkeiten: „Ihnen steht unser gesamtes Angebot zur Verfügung“, erklärt Schürmann. Bücher und viele andere Medien können ausgeliehen werden, in den Räumen am Kirchplatz dürfen die Mitglieder aber auch verweilen und beispielsweise in einer App den digitalen Lesezirkel „Sharemagazines“ mit Zeitschriften und Zeitungen aus dem In- und Ausland durchstöbern.
Damit niemand unbeobachtet Unfug in der Bücherei treibt, sind die Räume bereits mit sechs Kameras ausgestattet. Zudem gibt es einen Schließdienst, der nach Ende der „Open Library“ um 20 Uhr eine Runde dreht und nach dem Rechten schaut.
Etwa 2500 aktive Leserinnen und Leser sind in der Bücherei St. Georg registriert. Wie viele es ganz genau sind, da will sich Michael Schürmann nicht festlegen: „Wir haben auch Familien-ausweise, die von bis zu fünf oder sechs Lesern genutzt werden.“ Ihnen stehen 36.000 Medien zur Verfügung – inklusive eBooks.
Die Bücherei St. Georg, die in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde ist und eine vertraglich festgelegte Unterstützung von der Stadt Vreden bekommt, ist mehr als nur eine Möglichkeit, an Lesestoff zu kommen. „Die Bücherei ist ein sozialer Treffpunkt, an dem auch zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt stattfinden“, sagt Schürmann. Dazu gibt es ein gutes Netzwerk mit weiteren Initiativen vor Ort.
Im Interesse der Nutzer drücken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Umsetzung neuer technischer Möglichkeiten aufs Tempo. Nach der Generalsanierung 2014/2015, bei der das Büchereigebäude entkernt und zwei Bauteile angesetzt wurden, ging es Schritt für Schritt.
Richtungsweisend war die parallele Einführung der RFID-Verbuchungstechnik mit einer 24-Stunden-Außenrückgabe – Voraussetzung für die „Open Library“.
Dankbar sind sie, dass es für die Anschaffungen von notwendiger Hard- und Software oftmals Fördermittel vom Land gibt. So fördert das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW dieses richtungsweisende Projekt beispielsweise mit rund 19.600 Euro.
Dass in diesem Jahr die katholische Büchereiarbeit in Deutschland sowie der Borromäusverein ihr 175-jähriges Bestehen feiern, darauf ist auch das Team von St. Georg stolz. Denn die Vredener Einrichtung wurde 1852 gegründet und gehört damit zu den ältesten Öffentlichen Büchereien im Bistum Münster. „Und gleichzeitig zu den modernsten“, fügt Michael Schürmann an. Tradition und Moderne schließen sich eben nicht aus.

Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

 

 

Kontakt

Kreisdekanat Borken
Johanniterstraße 40-42
46325 Borken
Telefon: 02861 8040-910
Telefax: 02861 8040-901
kd-borken@bistum-muenster.de

Downloads

Schwerpunktthema des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster

Logo Bistum Münster