Delegierte Kerstin Stegemann berichtet in Borken über den Synodalen Weg

Die Vorsitzende des Diözesankomitees im Bistum Münster, Kerstin Stegemann, berichtete bei der Kreisdekanatsversammlung in Borken über den Synodalen Weg.

Kerstin Stegemann ist zuversichtlich, dass sich in der katholischen Kirche etwas verändern wird. Die Vorsitzende des Diözesankomitees im Bistum Münster nimmt als Delegierte am Synodalen Weg, dem seit 2020 laufenden Gesprächs- und Reformprozess zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland, teil. Von der dortigen Arbeit, bei der Bischöfe und Laienvertreter gemeinsam um „einen Weg der Erneuerung und Umkehr“ ringen, berichtete die 36-Jährige bei der Kreisdekanatsversammlung in Borken.
Auslöser für den Prozess des Synodalen Weges war die sogenannte MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. In vier Foren beschäftigen sich die Teilnehmenden bis zum Herbst kommenden Jahres mit den Themen „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“, „Priesterliche Existenz heute“, „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ und „Leben in gelingenden Beziehungen“. Da die Foren sehr vertraulich arbeiten, konnte Kerstin Stegemann Konkreteres nur zum ersten Forum sagen, in dem sie als Vertreterin der Laien einen Platz hat. Die Forderung nach gemeinsamen Standards und Kriterien sei groß, erklärte die Vor-sitzende der Diözesankomitees. Auch gelte es, die Zugangsvoraussetzungen und die notwendigen Kompetenzen für Leitungsaufgaben zu klären. Noch nicht abschätzbar, räumte Stegemann ein, sei die Umsetzung der verfassten Beschlüsse: „Die Entscheidungshoheit liegt bei jedem Diözesanbischof.“ Es brauche Veränderungen in der Kirche. In diesem Punkt seien sich die meisten der Teilnehmenden am Synodalen Weg einig, so ihr Eindruck: „Wir dürfen uns deshalb auch nicht bremsen lassen und müssen auf das schauen, was möglich ist.“ In kleinen Schritten, glaubt die Vor-sitzende des Diözesankomitees, sei einiges möglich – „ohne auf Rom und die Bischöfe zu warten“. Vielleicht könnten von Deutschland aus Signale nach Rom gesendet werden, die später zu Reformen führten. Ebenso wie Münsters Bischof Dr. Felix Genn begrüßt die Laienvertreterin den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten synodalen Prozess: „Ich sehe das keineswegs als Gegensatz oder Konfrontation zum Weg in Deutschland“, erklärte Stegemann. Vielmehr gebe es Themen, die für die Weltkirche im Vatikan entschieden werden müssten. Dass viele Katholiken in Deutschland in den Synodalen Weg große Hoffnungen setzen, sei den Delegierten bewusst. Kerstin Stegemann warnte allerdings in Borken vor zu großen Erwartungen: „Es funktioniert nur mit Kompromissen, wir werden die Kirche nicht zu 100 Prozent demokratisieren“, betonte sie. Dennoch zeigte sie sich abschließend hoffnungsvoll, dass die katholische Kirche sich bewegen werde. Oberstes Ziel sei, „als Kirche wieder glaubwürdig zu werden und ein Ort für die Menschen zu sein, an dem sie sicher sind“.
Für ihren Bericht bedankten sich Kreisdechant Christoph Rensing und der Kreisdekanatsgeschäftsführer Matthias Schlettert. Letzterer kündigte für die zweite Jahreshälfte gleich einige Veranstaltungen an.
Bildunterschrift: Die Vorsitzende des Diözesankomitees im Bistum Münster, Kerstin Stegemann, berichtete bei der Kreisdekanatsversammlung in Borken über den Synodalen Weg.

Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

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