„Der Synodale Weg ist nicht im Winterschlaf“

„Der Synodale Weg ist nicht im Winterschlaf, sondern es wird intensiv weiter gearbeitet.“ Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am 15. Januar in Münster betont. Bischof Genn gab auf der Sitzung des Diözesanrates des Bistums einen Zwischenbericht zum aktuellen Stand des Synodalen Weges. Dieser dient der gemeinsamen Suche nach Antworten auf die Situation der Kirche in Deutschland und fragt nach Schritten zur Stärkung des christlichen Zeugnisses. Der Synodale Weg wird von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) getragen. Erstmals fand eine Sitzung des Diözesanrates des Bistums Münster als digitale Veranstaltung statt. Bischof Genn machte deutlich, dass die Corona-Pandemie auch die Beratungen auf dem Synodalen Weg verzögert habe, so dass dieser Prozess sicher bis 2022 weitergehen werde. Er hoffe, dass die nächste Synodalversammlung im Herbst in Präsenz stattfinden könne. Zwischenzeitlich werde in den Foren, in denen verschiedene Themen besprochen werden, intensiv weitergearbeitet. Weiteres Thema war die aktuelle Corona-Situation. Kontrovers wurde diskutiert, ob Gottesdienste in Präsenz, also mit Beteiligung von Gläubigen vor Ort, gefeiert werden sollten. Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp sagte, das Bistum werde grundsätzlich nicht von der Feier von Präsenzgottesdiensten absehen. Zugleich habe er Verständnis dafür, wenn vor Ort etwa aufgrund hoher Inzidenzwerte entschieden werde, keine Gottesdienste mit Gläubigen zu feiern. Mehrere Mitglieder des Diözesanrates vertraten die Auffassung, dass es besser wäre, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten, insbesondere, da vor allem ältere Menschen und damit Risikogruppen zu den Gottesdienstbesuchern zählten. Bischof Genn erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass er in der ersten Lockdown-Phase, als es keine Präsenzgottesdienste gab, mit dem Vorwurf konfrontiert worden sei, seine Hirtenaufgabe nicht wahrzunehmen. Vorgestellt wurde auf der Sitzung auch ein neues Projekt zur Zukunft des freiwilligen Engagements im Bistum Münster. Friederike Bude aus dem Strategiebereich Pastoralentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat erläuterte, dass freiwilliges Engagement „die tragende Säule kirchlichen Lebens“ darstelle. Das Projekt wolle unter anderem klären, welche Dienste und Ämter es künftig brauche, „damit freiwillig Engagierte ihrer Taufberufung Kirche entsprechend gestalten können“. Zudem gehe es um die Frage einer Bezahlung oder zumindest finanziellen Honorierung des Engagements. Ziel sei eine Aktualisierung der aus dem Jahr 2002 stammenden „Leitlinien Ehrenamt“. Die dafür zu erörternden Fragen sollten unter einer breiten Beteiligung von freiwillig Engagierten aus möglichst vielen Feldern geklärt werden. Freiwillig engagieren sich auch Tausende Menschen in den Pfarreiräten und Kirchenvorständen in den Pfarreien im Bistum Münster. Generalvikar Winterkamp kündigte an, dass die nächsten Wahlen zu diesen Gremien am 6./7. November dieses Jahres stattfinden werden. Ziel sei es, Briefwahl zu ermöglichen. Der Zeitplan zu den Wahlen solle Ende Februar oder im März feststehen. Dann würden die Pfarreien informiert werden. Der Diözesanrat ist das oberste synodale Mitwirkungsgremium, durch das die Gläubigen des Bistums an der Leitung des Bistums durch den Bischof teilnehmen. Aus den vielen Feldern kirchlicher Arbeit kommen hier Vertreterinnen und Vertreter zusammen, um an den zentralen Entscheidungen im Bistum mitzuwirken.

Logo Bistum Münster