Kirchliche Statistik für 2018 für das katholische Kreisdekanat Borken

Bischof Genn: „Kirche muss offen, lernfähig und demütig sein“

1294 Menschen haben 2018 im Kreisdekanat Borken die katholische Kirche verlassen. Das sind 402 mehr als 2017. Wie die Bischöfliche Pressestelle am 19. Juli bei der Veröffentlichung der Jahresstatistik weiter mitteilte, sind 2018 im Kreisdekanat Borken 2284 Menschen durch die Taufe neu in die Kirche aufgenommen worden – 30 mehr als im Jahr zuvor. Laut Statistik lag die Katholikenzahl im Kreisdekanat Borken Ende des vergangenen Jahres bei 245.371, das sind 2205 weniger als 2017.
21.197 Katholiken kamen 2018 in den Sonntagsgottesdienst - 2997 weniger als im Vorjahr. Gering zurück gegangen ist die Zahl der Erstkommunionen (2018: 2262; 2017: 2337). Die Zahl der Firmungen stieg dagegen um 61 von 2174 im Jahr 2017 auf 2235 in 2018. Gestiegen ist auch die Zahl der kirchlichen Trauungen von 524 im Jahr 2017 auf 555 in 2018. Zurückgegangen sind dagegen die Beisetzungen. Waren es 2017 2571, wurden 2018 2535 Katholiken beerdigt.
Sechs Personen aus dem Kreisdekanat Borken sind 2018 in die katholische Kirche eingetreten (2017: 16). 38 erklärten ihren Wiedereintritt. 2017 waren es 43.
Münsters Bischof Dr. Felix Genn blickt realistisch auf diese Zahlen: „Sie lassen sich nicht schön-reden. Die Menschen stimmen mit den Füßen darüber ab, ob sie uns für glaubwürdig und vertrauensvoll halten und ob die Gemeinschaft in der katholischen Kirche ihnen grundsätzlich als notwendig für ein gutes und gelingendes Leben erscheint. Für viele gilt das leider nicht mehr. Wir haben an Relevanz für das Leben der Menschen verloren.
Sicher waren die Ergebnisse der Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden, bei vielen Menschen das auslösende Moment, um zu sagen: Jetzt reicht es mir endgültig. Die Verbrechen, die Priester an Kinder und Jugendlichen begangen haben, können wir nicht ungeschehen machen. Wir können nur alles in unserer Macht Stehende tun, um die Vergangenheit schonungslos aufzuarbeiten und um Betroffene erfahren zu lassen, dass sie im Mittelpunkt der Aufarbeitung stehen. Und natürlich müssen wir alles tun, um sexuellen Missbrauch künftig zu verhindern: von Anstrengungen im Bereich der Prävention bis hin zu Änderungen bei den systemischen Faktoren, die sexuellen Missbrauch in der Kirche begünstigen.
Die Austritts-Zahlen zeigen auch: Wenn wir nicht schon sehr bald nur noch eine kleine Minderheit sein wollen, bleiben große Herausforderungen, denen wir uns beherzt stellen wollen. Nicht, um einfach dem Zeitgeist hinterherzulaufen, sondern um Kirche in der Zeit und mit den Menschen zu sein. Wir sollten das tun, nicht um unserer selbst willen, sondern um der Menschen willen, für die und mit denen wir Kirche sind. Die Menschen müssen erfahren können, dass wir dialog- und veränderungsbereit sind, dass wir nicht uns selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern dass wir für sie da sein möchten. Wir wollen eine offene, lernfähige und auch demütige Kirche sein. Wir wollen eine Kirche sein, die das Leben bereichert und den Menschen dient. Das muss uns besser gelingen als in der Vergangenheit.“

Die wichtigsten Zahlen für das Jahr 2018 aus dem Stadtdekanat Münster, aus den Kreisdekanaten und aus dem Offizialatsbezirk Oldenburg (in Klammern die Zahlen des Jahres 2017) finden sich in der folgenden Tabelle.

 

 

Katholikenzahl

Austritte

Gottesdienstteilnehmer

Taufen

Trauungen

Warendorf

194.512
(196.865)

1.035
(766)

15.121
(16.733)

1.548
(1.396)

373
(341)

Münster

143.244
(144.464)

1.436
(1.049)

11.910
(12.417)

1.122
(1.135)

289
(303)

Borken

245.371
(247.576)

1.294
(892)

21.197
(24.199)

2.284
(2.254)

555
(524)

Steinfurt

237.660
(240.111)

1.440
(1.014)

17.621
(20.818)

1.912
(1.835)

430
(408)

Coesfeld

174.993
(176.943)

971
(786)

14.772
(17.116)

1.403
(1.474)

366
(404)

Recklinghausen

201.367
(204.344)

1.179
(1.064)

14.013
(16.524)

1.390
(1.384)

450
(374)

Kleve

187.954
(190.191)

953
(660)

14.861
(16.271)

1.359
(1.281)

339
(356)

Wesel

206.248
(209.297)

1.403
(1.189)

13.098
(13.115)

1.381
(1.479)

367
(389)

Oldenburg

261.836
(263.400)

1.731
(1.346)

27.141
(29.740)

2.166
(2.196)

513
(548)

 

 

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