„missio“-Gäste informieren sich über Gemener Indienhilfe

Verantwortliche der Jugendburg und der Pfarrei Christus König in Gemen waren am 4. Oktober

Vom siebtgrößten Land der Welt ins beschauliche Gemen: 7500 Kilometer haben Schwester Annie Enchenatil, Bischof John Thomas Kattrukudiyil, Pfarrer Varghese Velickakam und Pater John Pudussery aus dem Nordosten Indiens zurückgelegt, um an der Eröffnung des Monats der Weltmission durch das Hilfswerk „missio“ am Sonntag, 6. Oktober, in Münster teilzunehmen. Der Nordosten des Subkontinents ist in diesem Jahr Partnerregion des Monats der Weltmission. Um das Bistum Münster näher kennenzulernen, besuchten die Gäste am 4. Oktober die Jugendburg in Gemen.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch Propst Christoph Rensing und Bürgermeisterin Mechtild Schulze-Hessing führte Burgkaplan Hanno Rother die Gäste durch die Burg – von der Burghalle über den knarzenden Holzboden in den Lesesaal, weiter in den prächtigen Rittersaal bis hinauf auf die Balustrade des Wasserschlosses. Bei anschließendem Kaffee und Kuchen informierten sich die „missio“-Gäste auch über die Gemener Indienhilfe und den Verein „Sonne für Gerechtigkeit“.
Seit 1992 bestehe das Projekt Familienpatenschaften zwischen der Gemener Pfarrei und dem Bistum Changanasserrry in Indien, erklärte Hubert Gehling, Verantwortlicher für die Gemener Indienhilfe. „Im Schnitt übernehmen 35 Familien oder Einzelne eine Patenschaft, indem sie einmal jährlich 100 Euro bezahlen und so einem indischen Jugendlichen eine Berufsausbildung ermöglichen“, berichtete der Gemener. Damit sollen die jungen Menschen später ihre Familie unterstützen und somit ihr Überleben sichern können. „Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe leisten“, betonte Gehling.
Aus weiteren Spenden sei außerdem das „Hausbauprojekt“ entstanden. Dabei wird einer bedürftigen indischen Familie ermöglicht, ein einfaches Haus zu bauen. Ein Drittel, etwa 1000 Euro, kommen aus Spenden, ein weiteres Drittel komme von der indischen Gemeinde, das verbliebene Drittel steuerten die Familien durch Eigenleistungen bei. „Seit Beginn konnten wir insgesamt 215.000 Euro für bedürftige Familien in Indien überweisen“, freute sich Gehling.
Peter Sonntag und Christian Jung erklärten den Gästen die Idee hinter dem Gemener Verein „Sonne für Gerechtigkeit“. „Durch die Nutzung regenerativer Energie wollen wir einerseits die Schöpfung bewahren und andererseits Gewinne zur Förderung der Gerechtigkeit mit der sogenannten dritten Welt erzielen“, machte Sonntag deutlich. Dazu werde seit zehn Jahren eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Gemener Cordula-Grundschule betrieben, der Erlös aus dem Stromverkauf fließe in das „Hausbauprojekt“. Dank des Engagements der mittlerweile 75 Vereinsmitglieder sei die Anlage bereits nach sieben Jahren abbezahlt gewesen.
„In den kommenden zehn Jahren möchten wir weitere 50.000 Euro Spendengelder erzielen“,
nannte Sonntag das Ziel.
Von der vorgestellten Photovoltaikanlage wollten sich die indischen Geistlichen selbst ein
Bild machen: Zu Fuß erkundeten Gäste und Gastgeber abschließend Gemen, angefangen bei
der Cordula-Grundschule, weiter zur evangelischen Johanneskirche, der katholischen Christus-
König-Kirche, über die sogenannte Ökumenebrücke bis zur Marienkirche.

Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

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