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    "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. "

    Mt 18,20

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Bischof Genn: Die Kirche muss den Menschen dienen

Kirchliche Statistik 2022: Steigende Nachfrage bei vielen Angeboten im Bistum Münster

Bild: Bischöfliche Pressestelle

Zahlreiche Angebote der katholischen Kirche im Bistum Münster sind für immer mehr Menschen von großer Bedeutung. In vielen Feldern kirchlichen Engagements ist die Nachfrage im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen oder bleibt auf einem hohen Niveau stabil. (Hinweis: Die folgenden Zahlen beziehen sich auf den NRW-Teil des Bistums)

Insbesondere Angebote für junge Menschen werden sehr gut nachgefragt. So wurden 2022 45.449 Mädchen und Jungen in den 668 katholischen Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Kirchengemeinden betreut. 2021 waren es knapp 300 weniger. Auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den 29 bischöflichen Schulen liegt konstant bei mehr als 18.000. Viele Schulen haben dabei deutlich mehr Anmeldungen als sie Schüler aufnehmen können: In Münster wollten 350 Schülerinnen und Schüler im kommenden Schuljahr die Friedensschule besuchen; aufnehmen konnte die Schule 168.  

Deutlich gestiegen ist im Jahr 2022 auch die Zahl der Jungen und Mädchen, die an einer der Ferienfreizeiten und Ferienspiele von Pfarreien und katholischen Jugendverbänden teilgenommen hat. Waren es 2021 noch rund 250 Ferienangebote mit 15.000 Teilnehmenden, so lag die Zahl im Jahr 2022 bei etwa 340 Angeboten mit 20.000 Teilnehmenden. Ein Wachstum verzeichnet auch die Katholische junge Gemeinde (KjG) im Bistum Münster. Lag die Zahl der Mitglieder Ende 2021 bei 4.586, so waren es Ende 2022 4.956 junge Menschen, die sich in dem katholischen Jugendverband engagieren. Und auch beim Wohnraum für Studierende gibt es ein deutliches Plus. Bot das Bistum Münster 2021 450 Wohnplätze an, waren es 2022 605. 

Steigende Nachfragen gibt es  bei vielen Beratungs- und Unterstützungsangeboten der Caritas. Gestiegen sind die Zahlen etwa bei der Schuldner- und Insolvenzberatung auf 8.900 (2021: 8.800), bei der Schwangerenberatung auf 5.440 (2021: 5.398) oder bei den Begleitungen in den ambulanten Hospizen auf 1.430 (2021: 1.388). Konstant mehr als 900 Bewohner mit Handicap profitieren von den 49 Angeboten der Caritas für Betreutes Wohnen; ebenfalls konstant bei 5.470 liegt die Zahl der Betreuungen in den 108 Tageseinrichtungen der Caritas für alte und pflegebedürftige Menschen.  

Auch das Feld der außerschulischen Bildungs-, Medien- und Kommunikationsarbeit verzeichnet eine wachsende Beliebtheit. So nahmen 2022 insgesamt 147.386 Menschen an den Veranstaltungen der acht Bildungsforen im Bistum Münster teil, fast 53.000 mehr als im Jahr zuvor. Bei den Veranstaltungen in den Bildungshäusern wuchs die Zahl von 11.293 im Jahr 2021 auf 17.993 im Jahr 2022. Und die 266 Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB), die insgesamt 1.290.998 Medien vorhalten, verzeichneten im Jahr 2022 3.030.171 Entleihungen. 2021 waren es rund 420.000 weniger. Die KÖB werden von 3.722 Mitarbeitenden betreut, der Großteil davon sind Ehrenamtliche. Gestiegen ist auch die Zahl der Menschen, die dem Bistum Münster in Sozialen Netzwerken folgen: von knapp 32.000 im Jahr 2021 auf mehr als 35.000 im Jahr 2022. 

Stark gefordert war 2022  die Notfallseelsorge: 374 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten insgesamt 1.052 Einsätze. Im Jahr davor waren 363 Mitarbeitende bei 911 Einsätzen gefragt. Weiter verstärkt hat die katholische Kirche im Bistum Münster im vergangenen Jahr auch die 
Präventionsarbeit im Kampf gegen sexualisierte Gewalt. 2022 fanden 190 Schulungen für 3.270 Mitarbeitende statt; 2021 waren es 126 Schulungen für 1.730 Mitarbeitende gewesen. 

Die katholische Kirche im Bistum Münster gehört nach wie vor zu den größten Arbeitgebern in der Region. 2022 waren beim Bistum und in den Kirchengemeinden 23.740 Mitarbeitende beschäftigt, 680 mehr als im Jahr davor. Von diesen arbeiten in der Bistumsverwaltung, dem 
Bischöflichen Generalvikariat, rund 680 Mitarbeitende. Die Zahl der Menschen mit einem Handicap lag dort 2022 bei 54 (2021: 49). Mit acht Prozent wurde die gesetzlich vorgeschriebene Quote von fünf Prozent somit deutlich überschritten. 

Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, erklärt zu den Zahlen: 
„Die Kirche wird in der öffentlichen Wahrnehmung vieler vor allem auf die gottesdienstlichen Feiern, die Sakramente und die Priester reduziert. Dafür haben wir selbst gesorgt. Von den dort zurückgehenden Zahlen und von den hohen Kirchenaustritten wird schnell geschlussfolgert: Die katholische Kirche in Deutschland befindet sich im Niedergang. Das ist eine verkürzte Sicht. Ich möchte die Schwierigkeiten nicht schönreden. Aber die Kirche ist mehr. Die Kirche, das sind die Menschen der Caritas: Sie sehen die Not und handeln. Die Kirche, das sind die Pastoralreferentinnen, Pastoralreferenten, Ordensleute, Diakone und Priester: Sie sorgen sich um die Seelen und sind für die Menschen da. Die Kirche, das sind die Erzieherinnen, Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer in katholischen Kitas und Schulen: Sie gehen mit Kindern und Jugendlichen Wege ins Leben und in den Glauben. Die Kirche, das sind die Ehrenamtlichen in Pfarreiräten und Kirchenvorständen und an vielen anderen Stellen, die sich für andere einsetzen und so Gemeinschaft und Beziehung fördern.  

Wir alle müssen uns eine Banalität viel bewusster machen: Alle diese Menschen und viele weitere, die sich in der Kirche engagieren, sind die Kirche. Diesen Menschen bin ich zutiefst dankbar. Sicher lässt sich manches Wachstum bei den Zahlen im vergangenen Jahr noch mit der Corona-Pandemie erklären, doch generell gilt: Die Kirche wird angenommen, wenn sie für die Menschen da ist oder, um es etwas pathetisch auszudrücken: Die Kirche muss den Menschen dienen. Eine dienende Kirche, eine Kirche im Dienst an den Menschen und an der Frohen Botschaft Jesu Christi: Das ist die Zukunft der Kirche. Die Kirche existiert nicht um ihrer selbst willen, sondern um der Menschen willen.“  

Matomo