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Ehrfurcht vor dem Leben - auf dem letzten Weg

Andrea Thöne, Barbara Groten und Beate Wittenbrink übernehmen künftig ehrenamtlich Beerdigungen in der Ahauser Pfarrei St. Marien.

Andrea Thöne (von links), Barbara Groten und Beate Wittenbrink übernehmen künftig Beerdigungsdienste in der Ahauser Pfarrei St. Marien. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

Ihre Lebenssituationen sind so verschieden – und doch haben Barbara Groten, Andrea Thöne und Beate Wittenbrink eine gemeinsame Mission, einen gemeinsamen Auftrag. Die drei Frauen wollen Trauernde trösten, ihnen aber auch von der christlichen Hoffnung erzählen – „ohne jemandem etwas überzustülpen“, das ist Barbara Groten ganz wichtig. Deshalb übernehmen sie künftig ehrenamtlich Beerdigungsfeiern in der katholischen Pfarrei St. Marien in Ahaus. Auf ihren neuen Dienst haben sie sich gemeinsam mit anderen Freiwilligen aus dem Bistum Münster gut vorbereitet. 

Barbara Groten (65 Jahre) war lange Hebamme, hat Kindern bei ihren ersten Atemzügen geholfen: „Jetzt begleite ich Menschen auf ihrem allerletzten Weg.“ Für die verheiratete Mutter von vier erwachsenen Kindern schließt sich damit der Kreis: „Ich habe Ehrfurcht vor dem Leben. Vor jedem Leben – mit all seinen Brüchen.“

Sie wollte Seelsorgerin werden, nah bei den Menschen sein. Andrea Thöne (45 Jahre) hat Religionspädagogik mit dem Ziel Pastoralreferentin studiert. Wegen der vier Kinder (17, 14, 11 und 5 Jahre) stieg sie erst einmal nicht in den Beruf ein: „Für mich ist dieser Dienst nun eine Gelegenheit, ein erster Schritt.“ Aber nicht nur das ist der Grund: „Ich liebe das Leben besonders in Momenten, wo es ganz dicht ist, da zieht es mich hin.“ Andrea Thöne ist überzeugt: „In diesen Momenten ist Gott da.“

Die Dritte im Bunde, Beate Wittenbrink (57 Jahre), Sozialarbeiterin beim Kreis Borken, wurde vor zwei Jahren um die Leitung einer Trauerfeier gebeten. Dabei machte sie die Erfahrung, trauernden Angehörigen zur Seite stehen zu können: „Im Begräbnisdienst ist es mir wichtig, als Teil der Gemeinde, diese Gemeinschaft erlebbar zu machen.“ 

Vor ihrer ersten Beerdigung haben alle Drei Respekt, schließlich geht es auch darum, die richtigen Worte zu finden und den Verstorbenen passend zu beschreiben. Die Ansprache, weiß Barbara Groten, ist immer ein Balanceakt zwischen Würdigung und Verkündigung – und auch ein persönliches Glaubenszeugnis. 

Dass der Beerdigungsdienst ein besonderer ist, ein Dienst am Toten für die Lebenden, dessen sind sich die Frauen bewusst: „Und es ist immer auch ein Abschied“, fügt Andrea Thöne an. Die Ausbildung in einer vertrauensvollen Gruppenatmosphäre mit mehrtägigen Modulen, Tagesveranstaltungen sowie Eignungsgesprächen verteilt über acht Monate, geben ihnen am Ende das Gefühl, ein gutes Rüstzeug zu haben. Zu den Inhalten gehörte es, sich mit dem eigenen Glauben sowie dem christlichen Verständnis von Tod und Auferstehung auseinanderzusetzen. Ebenso standen rechtliche Grundlagen, der Ablauf von Begräbnisfeiern als auch Rollenspiele, in denen sie sich praktisch auf Trauergespräche und -ansprachen vorbereiten konnten, auf dem Lehrplan. 

Offiziell beauftragt werden die Beerdigungsleiterinnen im Gottesdienst am Sonntag, 22. Januar, um 18 Uhr in der Marienkirche. Trotz aller Verschiedenheit, die Frauen sind sich einig, dass ihr neuer Dienst auch ihnen viel gibt, wenn sie „bei denen sind, die zurückbleiben, ihnen Trost zusprechen“. Denn der Tod sei wohl das letzte große Abenteuer. 
 

Matomo