• "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. " Symbolbild_Haende_Bistum_Muenster__Harald_Oppitz.jpg

    "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. "

    Mt 18,20

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Ostern schon kurz vor Weihnachten

Die Gemener haben schon Ostern gefeiert – Mitte Januar, mit Weihnachtsbaum hinter dem Altar und Krippe vor dem rechten Seitenschiff.

Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

Dass die Menschen in der Schöppinger Bauerschaft auch in diesem Jahr wieder so früh dran waren, hat eine lange Geschichte: Nach einer verheerenden Pestepidemie legten sie 1646 das Gelübde ab, dem heiligen Antonius, dem Patron der Pestkranken, eine Kapelle zu bauen und ihn an seinem Gedenktag gleichsam mit einem Fest der Auferstehung (wie an Ostern) nach dem Pesttod zu ehren. Seit genau 100 Jahren versammeln sich die Gemener dazu nicht mehr in einer Kapelle, sondern in der von den Bewohnern der Bauerschaft errichteten St.-Antonius-Kirche. Aus Anlass dieses besonderen Kirchbaujubiläums hat Weihbischof Dr. Christoph Hegge am 17. Januar den Festgottesdienst in dem Schöppinger Gemeindeteil gefeiert – und am Ende „Frohe Ostern“ gewünscht.

„Die Kirche muss im Dorf bleiben“, richtete der Weihbischof den Blick in die Zukunft – und fügte den Appell an: „Dafür muss das Dorf aber auch in der Kirche bleiben.“ Sorge darum hatte der Gast aus Münster zumindest am Festtag nicht. Weit mehr als die Hälfte der knapp 300 Bewohner der Bauerschaft hatten zum Gottesdienst in den Kirchenbänken Platz genommen. Ihnen legte Hegge nahe, es dem heiligen Antonius gleich zu tun, Hab und Gut loszulassen – und alles auf eine Karte, auf Gott, zu setzen: „Wie brüchig das Leben sein kann, hat man in Gemen im 17. Jahrhundert erfahren.“ Während der Pest hätten die Menschen hier den Glauben neu gelernt und dabei im Vertrauen auf Gott ganz österlich erfahren: „Das Leben siegt über den Tod.“

Die Gemener feiern nicht nur alljährlich am 17. Januar Ostern. Tags zuvor wird in der Bauerschaft traditionell gefastet – wie an Karfreitag. Und am Gedenktag des heiligen Antonius treffen sich Frauen, Kinder und Männer bis heute zu eigenen Betstunden in der Kirche.

Aber selbstverständlich ist in Gemen noch einmal Ostern: Im Frühjahr, wenn die Christen weltweit an die Auferstehung Jesu Christi nach seinem Tod am Kreuz erinnern. 

Matomo